Erkrankungen der Schilddrüse haben viele Ursachen. Bei einzelnen Erkrankungen gibt es sehr wirksame Vorbeugungsmaßnahmen, andere lassen sich erst nach Ausbruch behandeln.

Schilddrüsenvergrößerung und -unterfunktion vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung ist der beste Weg, die Schilddrüse gesund zu halten. Eine Schilddrüse benötigt vor allem eine ausreichende Zufuhr von Jod, um einer Schilddrüsenvergrößerung und -unterfunktion vorzubeugen. Die üblicherweise empfohlene Menge an Jod, die man täglich zu sich nehmen sollte, beträgt 150 bis 200 Mikrogramm.

Sehr gute Jodlieferanten sind zum Beispiel:

  • Seefische wie Schellfisch,
  • Scholle,
  • Seelachs und Kabeljau sowie
  • Meeresfrüchte, Meeresalgen,
  • Brokkoli,
  • Cashewnüsse und vor allem
  • jodiertes Speisesalz.

Auch Brot enthält Jod, ebenso Milchprodukte, allerdings ist Vollsalz in Österreich und vielen anderen Ländern die wichtigste Jodquelle. Wer außerdem auf das Rauchen verzichtet, schont außerdem die Schilddrüse, denn Zigarettenrauch enthält Zyanid, das die Jodaufnahme in der Schilddrüse blockiert.

 

Manche landwirtschaftlichen Betriebe setzen dem Futter von Kühen und Legehennen Jod zu und auch viele Fertiggerichte sind zusätzlich jodiert. Das zusätzliche Jodieren von vielen Lebensmitteln ist eine Reaktion auf den dokumentierten Jodmangel in den europäischen Ländern – für manche kann das jedoch auch negative Auswirkungen haben, wenn auf ärztlichen Rat weniger Jod gegessen werden sollte, z.B. wenn jemand eine Radiojodtherapie bei einem Schilddrüsenkarzinom braucht um die Wirksamkeit der Therapie zu versbessern. Bei Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) sollte keine übermässige Jodzufuhr erfolgen.

Jodid kann auch über Tabletten eingenommen werden, beispielsweise in der Schwangerschaft und Stillzeit, in der ein erhöhter Jodbedarf besteht. Die Einnahme von zusätzlichem Jod sollten Sie jedoch vorab mit Ihrem Arzt besprechen! In der Regel wird der Arzt idealerweise schonbei Kinderwunsch ein jodhältiges Präparat verordnen, um den in Österreich vorhandenen Jodmangel zu behandeln.

Auch ein anderes Spurenelement, nämlich Selen, ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion. Selen ist an der Regulation des stoffwechselaktiven Schilddrüsenhormons Trijodthyronin (T3) beteiligt. Gute Selenquellen sind Schweinefleisch, Fisch, Nüsse und Innereien wie Leber und Niere.

Basedow und Hashimoto vorbeugen

Die Basedow-Krankheit und der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung sind beides Autoimmunerkrankungen, bei der das Abwehrsystem die körpereigenen Zellen bekämpft. Das Risiko der Erkrankung ist maßgeblich durch erbliche Faktoren bestimmt und kann daher nicht beeinflusst werden. Das Restrisiko ist abhängig von Umwelteinflüssen. Sie können also diesen Erkrankungen vorbeugen, indem Sie Stress und eine übermäßige Jodaufnahme vermeiden und auf das Rauchen verzichten.

 

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