Entzündungen des Drüsengewebes in der Schilddrüse sind im Vergleich zu anderen Erkrankungen der Schilddrüse eher selten. Eine Schilddrüsenentzündung kann akut oder chronisch auftreten.

Bakterielle Schilddrüsenentzündung

Die akute eitrige Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) zeichnet sich durch heftige Schmerzen auf und wird durch Bakterien oder Pilze ausgelöst, häufiger bei Störungen des Immunsysytems. Symptomatisch dafür sind ein Berührungsschmerz im Schilddrüsenbereich und grippeähnliche Symptome. Im Akutstadium kann es zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen, manchmal im Anschluss zu einer Unterfunktion.

Eine akute bakterielle Schilddrüsenentzündung muss mit Antibiotika behandelt werden, dafür müssen in der Schilddrüse sichtbare Abszesse für einen Keimnachweis punktiert werden. Akute Schilddrüsenentzündungen heilen meist ohne nachteilige Folgen aus.

 

Chronische Schilddrüsenentzündung

Die chronische Schilddrüsenentzündung hingegen kommt viel häufiger vor und wird vom körpereigenen Immunsystem ausgelöst. Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen Antikörper und v.a. Lymphzellen im Blut die Schilddrüsenzellen an. Sie verursacht meist keine Beschwerden, kann aber häufig eine Unterfunktion auslösen, da mit der Zeit zunehmend mehr Schilddrüsengewebe zerstört wird.

Durch das Einwandern der körpereigenen Entzündungszellen entsteht bei einer subakuten Thyreoiditis (de Quervain) eine entzündliche, schmerzhafte derbe Schwellung an der Schilddrüse. Diese Entzündung verursacht weiters folgende Symptome:

  • Gliederschmerzen,
  • Fieber,
  • Abgeschlagenheit und
  • Schmerzen bzw. Druckempfindlichkeit in der oberen Halsregion.

Sie entsteht als Reaktion auf eine Virusinfektion. Chronische Schilddrüsenentzündungen können auch arzneimittelbedingt sein, beispielweise infolge einer Interferon-Therapie bei Hepatitis C, Multipler Sklerose, Lymphome oder dem malignen Melanom.

Hashimoto Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem des eigenen Körpers das Schilddrüsengewebe angreift.

Hashimoto Symptome sind vielseitig: Die am Anfang auftretende, kurz dauernde Schilddrüsenüberfunktion wird meist gar nicht bemerkt oder als Zufallsbefund im Rahmen einer Routineblutkontrolle festgestellt. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend, setzt sich lebenslang fort und führt schlussendlich zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Da lokale Beschwerden am Hals sehr selten sind, wird die Hashimoto-Thyreoiditis oft erst an der entstehenden Schilddrüsenunterfunktion erkannt. Die genauen Ursachen für diese Erkrankung sind nicht bekannt, eine wichtige Rolle spielen jedoch genetische Faktoren, denn diese Erkrankung tritt familiär gehäuft vor.

Auslöser können Umwelteinflüsse sein. Oft entwickelt sich bei Hashimoto-Thyreoiditis in den Monaten nach Ende der Schwangerschaft eine vorübergehende Unterfunktion, die Wochen später in eine Unterfunktion übergeht und als Post-partum-Thyreoiditis bezeichnet wird. Häufig ist bei Hashimoto-Thyreoiditis die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormon-Tabletten erforderlich.

 

Links:

>> Zurück zur Übersicht